Rückblick 2025 – Ein Jahr der Vollendung und Transformation

Jahresenergie 2025 – Die Kraft der 9

Das Jahr 2025 trägt die Energie der Zahl 9 in sich (2+0+2+5 = 9).
In der Numerologie steht die 9 für Vollendung, für Abschied und Loslassen, aber auch für Transformation und die Vorbereitung auf einen neuen Zyklus.
Es ist die Zahl der Reife – das, was über lange Zeit gewachsen ist, darf nun geerntet werden. Gleichzeitig fordert sie uns auf, Dinge zu beenden, die uns nicht mehr dienen, um Platz für Neues zu schaffen.

Für mich persönlich war 2025 genau das: ein Jahr der Abschlüsse, Brüche und Neuanfänge. Ein Jahr, das mich oft an meine Grenzen gebracht hat – und mir dennoch gezeigt hat, dass in jeder Krise auch die Kraft für einen Neubeginn liegt.

Januar – Ein Fehlstart?

2025 begann für mich mit einem doppelten Schock. Erst der Unfall auf dem Weg zu meiner praktischen Fahrprüfung, dann eine akute Notfallsituation nur wenige Tage später, die mich in die Notaufnahme brachte. Und als wäre das nicht genug, kam Ende Januar auch noch die Kündigung meines Arbeitsverhältnisses. Der Monat fühlte sich an wie ein lautstarker Weckruf – hart, überraschend und absolut unausweichlich. Der mich zwang, mein Leben neu zu überdenken. Gesundheit, Beruf, Sicherheit – alles geriet ins Wanken.

Februar – Zwischen Klinik und Abschied

Der Februar stand im wahrsten Sinne für Stillstand. Über eine Woche verbrachte ich im Krankenhaus – Tage voller Untersuchungen, Unsicherheit und der Frage, wie es weitergehen soll. Hinzu kamen beängstigende Nebenwirkungen neuer Medikamente. Es war äußerst belastend, jeden Abend zu befürchten, dass es das gewesen sein könnte. Gleichzeitig zerbrach in dieser Zeit auch ein Kontakt endgültig. Wieder ein Kapitel weniger, ein schmerzlicher Abschied, der dennoch unvermeidlich war.

März – Ein leiser Aufbruch

Im März begann ich, langsam wieder nach vorne zu blicken. Die Rückschläge der vergangenen Monate hatten ihre Spuren hinterlassen, doch sie weckten auch die Frage: Wie möchte ich meinen Weg fortsetzen? Aus dieser Suche entstand die erste Idee zu meinem Blog „DésiVision“. Ich notierte Gedanken, ordnete Strukturen und spürte, dass sich mitten in der Unsicherheit ein kleiner Funke Sinn offenbarte. Er war noch zerbrechlich und leise – doch es war ein Aufbruch.

April – Wenn Altes zerbricht

Der April brachte nach dem großen Schock eine tiefe Ernüchterung mit sich. Dinge, die mir lange Halt gegeben hatten, zerbrachen – und mit ihnen die Illusion, dass manches von Dauer sein könnte. Es fühlte sich an wie Verrat, wie ein Erdbeben, das alles ins Wanken brachte. Doch mitten in diesem Chaos entstand eine Erkenntnis, die zunächst beängstigend schien und später zu einer stillen Stärke wurde: Ich kann alleine stehen. Ich kann alleine leben. Nicht, weil ich es mir wünsche, sondern weil ich es kann. Genau in diesem Bewusstsein lag der Ursprung für etwas Neues.

Mai – Ein Monat der Vorbereitung

Der Mai brachte keine spektakulären Ereignisse, sondern war vor allem von stiller Vorbereitung geprägt. Termine wurden festgelegt, Weichen gestellt und erste Gespräche geführt. Es war eine Phase des Sortierens und Organisierens, um den kommenden Monaten eine klare Richtung zu geben. Obwohl nach außen wenig zu sehen war, legte dieser Monat im Verborgenen die Basis für das, was noch kommen sollte.

Juni – Prüfungen auf ganzer Linie

Der Juni brachte gleich mehrere Herausforderungen mit sich. Zwei weitere stationäre Aufenthalte rissen mich aus dem Alltag und stellten alles erneut auf den Kopf. Neue Diagnosen führten zu Veränderungen, die meinen Alltag grundlegend beeinflussten – unter anderem die ärztliche Feststellung einer „aktuell nicht bestehenden Fahreignung“. Weshalb ich beim Thema Führerschein nachjustieren und den Prüfauftrag verlängern musste.

Und doch gab es inmitten all der Belastungen auch einen leisen Wendepunkt: Zum ersten Mal spürte ich, dass ich wirklich medizinisch aufgefangen wurde. Erste therapeutische Stunden eröffneten mir einen neuen Blickwinkel und gaben mir das Gefühl, endlich nicht mehr allein kämpfen zu müssen. Nach all den Jahren ohne angemessene Hilfe war das wie ein erster Schritt hinaus aus der Ohnmacht – noch zaghaft, aber spürbar. Ein Monat, der sich anfühlte wie ein einziger Härtetest – körperlich, seelisch und organisatorisch.

Juli – Zwischen Aufarbeitung und neuen Plänen

Im Juli setzte sich mein Weg fort: neue Termine, weitere medizinische Schritte – begleitet von dem Gefühl, endlich wahrgenommen und unterstützt zu werden. Gleichzeitig begann ich, meine ersten Pläne in die Tat umzusetzen: Ich meldete mich zu Weiterbildungen an und legte damit den Grundstein für meine berufliche Neuorientierung. Noch war vieles ungewiss, doch allein dieser Schritt gab mir das Gefühl, wieder selbst die Kontrolle zu übernehmen. Es war der Beginn einer neuen Richtung – vorsichtig, aber entschlossen.

August – Alles auf Zukunft gerichtet

Im August drehte sich vieles um die Vorbereitung auf das, was vor mir lag. Immer stärker wurde mir bewusst, dass eine große Operation ansteht – und mit ihr die bange Frage: Wird alles gut gehen? Die Angst mischte sich mit Hoffnung, denn irgendwo hinter all dem wartete die Aussicht auf mein Leben 3.0 – ein Neubeginn nach meiner Krebsgeschichte, die schon mein Leben 2.0 geprägt hatte.

Parallel dazu musste ich mich erneut der Theorieprüfung stellen – ein Schritt, der mich innerlich besonders forderte. Der Ärger darüber, alles noch einmal machen zu müssen, war groß. Ich hatte mir nichts zuschulden kommen lassen, und doch war ich gezwungen, den ganzen Prozess von vorn zu durchlaufen. Aber trotz aller Umstände meisterte ich die Prüfung wieder mit Bravour.

Rückblickend ist es wohl genau das, was meine Resilienz ausmacht: immer wieder aufstehen, weitermachen, mich neu ausrichten. Nicht, weil ich es wollte, sondern weil das Leben mich dazu zwingt. Und trotzdem: ich schaffe es. Immer wieder.

September – Mut im Stillen

Der September begann mit einer Prüfung, die für mich größer war als so manch andere: die Magenspiegelung – ganz ohne Narkose. Ein Schritt, den ich viele Jahre vor mir hergeschoben hatte, weil immer größere Katastrophen meine Aufmerksamkeit beanspruchten. Kurz vorher war ich fast sicher, dass ich das nicht schaffen würde. Im Behandlungszimmer hörte ich links und rechts lautes Würgen, während mein Herz raste und ich am liebsten kehrtmachen wollte.

Doch dann geschah etwas ganz Unerwartetes: Statt mich zu winden, blieb ich vollkommen ruhig. Kein Ton, kein Würgen – nur ein wacher Blick und die pure Konzentration auf meinen Atem und das, was geschah. Und als alles vorbei war, musste ich lachen. Über all die Anspannung, die so grundlos gewesen war. Über mich selbst, weil ich statt Panik eine fast kindliche Faszination für das entwickelte, was da gerade passiert war.

Jetzt, mitten im September, richtet sich mein Blick nach vorn. Die Operation steht noch bevor – wie ein Schatten und zugleich wie ein Versprechen am Horizont. Ich weiß nicht, wie es ausgehen wird, aber ich weiß: Ich habe gelernt, mich meinen Ängsten zu stellen. Und vielleicht ist genau das die wichtigste Vorbereitung.

Am schwersten wiegt dabei nicht die medizinische Herausforderung selbst, sondern die Gewissheit, dass ich auch diesen Weg allein gehe. Es ist fast schon typisch für mein Leben: Wenn es ernst wird, kämpfe ich alleine. Und doch liegt darin auch etwas Vertrautes. Ich weiß, wie man weitergeht, auch wenn niemand neben mir steht – und genau darin zeigt sich meine Stärke.

Und hier endet mein Jahresrückblick vorerst...

Denn die nächste große Szene ist noch nicht geschrieben – sie läuft gerade in Echtzeit. Wenn alles gut geht, lese ich diesen Text in ein paar Monaten mit einem Lächeln und denke: „Ach, damals – das war nur der Prolog zu meinem Leben 3.0

Und wenn es nicht gut läuft?
Nun ja, dann kann ich euch wenigstens keinen weiteren Jahresrückblick zumuten. 😉

… und hier bin ich.

Ich lebe weiterhin. Ich atme, ich heile, und ich finde meinen Platz in einem Leben, das sich ganz anders anfühlt. Nicht leichter, nicht lauter, nicht dramatisch neu – sondern… echter. Ich befinde mich noch in der Schwebe, irgendwo zwischen „Vorher“ und „Nachher“. Mein Körper lernt, mein Geist lernt, und mein Alltag nimmt nach und nach neue Formen an.

Entgegen meiner Erwartungen musste ich diese Zeit nicht alleine durchstehen. Es gab Menschen, die nachgefragt haben und für mich da waren. Dafür bin ich sehr dankbar.

Noch etwas hat die Zeit in der Klinik erträglicher gemacht: Ich lag in einem Drei-Bett-Zimmer – eigentlich mein persönlicher Albtraum. Mit fremden Menschen auf engem Raum in einer so sensiblen Phase zusammen sein zu müssen, erschien mir schwierig. Doch diesmal war es anders. Wir hatten alle dieselbe Operation, was uns sehr verbunden hat. Wir wurden zu einem kleinen Team auf Zeit. Auch jetzt, nach der OP, tauschen wir uns gerne aus und bleiben in Kontakt.

Oktober – Ohne Maske, ohne Entschuldigung

Es gibt Menschen, die einem die schönsten Märchen auftischen – ohne mit der Wimper zu zucken, ohne zu stottern und ohne zu hinterfragen, welche Bedeutung das für die zwischenmenschliche Beziehung hat.

Doch seit Monaten habe ich mich selbst in Schweigen und Relativierungen der Wahrheit gehüllt. Ich habe aus meiner Operation ein Ereignis gemacht, von dem nur zwei Menschen wussten.

Anderen, die nach einem berechtigten Kontaktabbruch unerwartet wieder auftauchten, habe ich von dieser Operation nichts erzählt. Normalerweise ist das nicht meine bevorzugte Vorgehensweise. Doch diesmal habe ich bewusst Zahlen, Daten und Fakten verdreht, um diese Menschen unbedingt im Unklaren zu lassen.

Warum? Weil ich Angst hatte. Angst vor den Kommentaren. Angst vor dem verletzenden Satz: „Du hättest einfach weniger essen müssen.“ Angst, dass jemand meinen Weg kleinredet oder abwertet. Angst vor Diskussionen und Rechtfertigungen. Als wäre das, was ich erreicht habe, nichts wert. Als wäre Heilung etwas, das man sich erst verdienen muss. Also schwieg ich und hielt meinen Prozess fest umklammert, wie etwas Zerbrechliches, das niemand beschmutzen darf.

Doch etwas in mir veränderte sich plötzlich. Ich erkannte, dass ich mein Leben lang versucht hatte, mich wie ein Chamäleon anzupassen – so zu sein, wie andere es vermutlich von mir erwarteten, um gemocht zu werden und um bloß nicht aufzufallen. Ich begriff, dass dieses Verstecken niemandem etwas brachte, am wenigsten mir selbst. Denn meine Entscheidung war kein einfacher Weg. Sie bedeutete Mut. Sie bedeutete Verantwortung. Sie bedeutete Selbstachtung. Und ja – sie war auch Ausdruck von Liebe. Liebe zu meinem Leben. Zu meinen Kindern. Zu dem Menschen, der ich wirklich sein möchte.

Und plötzlich wurde mir klar: Wer schlecht über mich spricht, spricht eigentlich nicht über mich. Sondern über seine eigenen Begrenzungen, seine eigenen Verletzungen, seine eigene Sicht der Welt. Meine Aufgabe ist es nicht, solche Menschen zu beruhigen, zu überzeugen oder zu verändern. Meine Aufgabe ist einzig und allein, ich selbst zu sein. Und damit endet etwas Wesentliches: Das Verstellen. Das Sich-Kleinmachen. Das Warten auf Anerkennung.

Ich bin nicht länger verborgen. Ich bin nicht länger still. Ich bin hier – und ich bin wertvoll.

Des Rätsels Lösung

Am 19.09.2025 habe ich mich einer laparoskopischen Sleeve-Gastrektomie (Schlauchmagen-Operation) unterzogen. Ursprünglich war ein Roux-en-Y-Gastric-Bypass geplant, dieser konnte jedoch bei mir nicht durchgeführt werden.

Sechs Wochen später stehe ich mit 13,1kg weniger da – aber vor allem mit mehr Kraft, Klarheit und Selbstvertrauen.

Anfangs ging mir die Abnahme zu langsam, doch inzwischen habe ich meine Mitte gefunden. Ich fühle mich großartig, freue mich auf das, was vor mir liegt, und bin sogar stolzer Besitzer einer McFIT-Mitgliedschaft, um meinen Fortschritt optimal zu unterstützen. ❤

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