Der ganz besondere Löffel – klein, aber mein

Leckere Gemüsesuppe mit Karotten, Erbsen und Gurken in einer pinken Schüssel.

Neurodivergenz und die kleinen Dinge des Alltags

Ich bin Neurodivergent. Für mich bedeutet das: ich nehme die Welt manchmal anders wahr, brauche Strukturen und vertraute Dinge, die mich im Alltag halten. Während andere vielleicht achtlos irgendeinen Löffel aus der Schublade nehmen, kann für mich genau dieses Detail den Unterschied machen.

Ein Löffel ist für die meisten einfach nur Besteck. Für mich ist er ein Hilfsmittel, ein Anker, fast schon ein Werkzeug, das mir Ruhe schenkt.

Der perfekte Löffel – Maße, Haptik, Gewicht

Seit über 13 Jahren begleitet mich ein ganz bestimmter Löffel. Er ist 17,3 cm lang, seine Laffe – wie ich erst vor Kurzem gelernt habe, dass der „Kopf“ eines Löffels so heißt – misst ca. 3,5 × 5,5 cm.

Das klingt vielleicht unscheinbar, aber für mich ist es die perfekte Größe:

  • Nicht zu groß, nicht zu klein – passt genau zu meinen Essportionen.
  • Keine scharfen Kanten – die Laffe ist sanft abgerundet, weich im Mundgefühl.
  • Perfekte Haptik – er liegt gut in der Hand, das Gewicht ist genau richtig, nicht schwer und nicht klapprig.
  • Universell einsetzbar – ich kann damit Suppe, Püree, Joghurt oder auch kleine Stückchen essen.

So ist er zu meinem Löffel geworden. Mit ihm esse ich langsamer, bewusster, und er gibt mir das Gefühl von Sicherheit und Routine.

Ein vertrauter Begleiter

13 Jahre lang habe ich diesen Löffel einfach benutzt – ohne mir je Gedanken zu machen, woher er kommt. Er war einfach da, Teil meines Alltags, selbstverständlich wie das Atmen. Und doch war er immer mein liebster Löffel, der eine, der sich richtig anfühlt, während andere nur „okay“ waren.

Die Entdeckung: Smalcalda

Vor einiger Zeit schaute ich genauer hin – und da stand es: Smalcalda.
Erst dachte ich, es sei nur irgendein Markenname. Doch dann erfuhr ich, dass Smalcalda der alte lateinische Name meiner Geburtsstadt ist.

Mir stockte der Atem. Mein Löffel, mein stiller Begleiter all die Jahre, stammt also aus genau der Stadt, in der mein Leben begann.

Heimat im Alltäglichen

Ich konnte es kaum fassen: Von einer Freundin aus Freiberg hatte ich diesen Löffel vor vielen Jahren bekommen, in Zwickau ist er zu meinem Alltagshelfer geworden – und seine Wurzeln liegen in Schmalkalden.

Es fühlt sich an, als hätte ich unbewusst immer ein Stück Heimat bei mir gehabt. Ein Symbol dafür, dass manche Verbindungen bestehen bleiben, auch wenn wir sie lange nicht erkennen.

Mehr als nur Besteck

Und so ist ein einfacher Löffel längst mehr als nur Besteck.
Er ist für mich ein Symbol für meine Neurodivergenz – dass ich spüre, was für mich funktioniert, auch wenn es für andere ungewöhnlich wirkt.
Er ist ein Symbol für meine Herkunft – ein leiser Faden zurück in die Heimat.
Er ist ein Symbol für Beständigkeit – weil er mir zeigt, dass selbst kleine Dinge uns durchs Leben tragen können.

Denn manchmal sind es nicht die großen Symbole, die uns Halt geben. Manchmal ist es ein kleiner Löffel, der genau richtig ist – und uns auf leise Weise mit uns selbst verbindet.

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